Ratgeber

Was kostet ein Steuerberater für EPUs in Österreich?

Honorare variieren stark – je nach Komplexität, Aufwand und Kanzlei. Was die wichtigsten Kostenfaktoren sind und wie strukturierte Belegvorbereitung Zeit (und damit Geld) spart.

Stand: Mai 2026 Lesezeit: ca. 5 Min. Österreich
Kurze Antwort: Für ein unkompliziertes EPU-Jahresabschluss-Paket (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung + Steuererklärung) werden in Österreich häufig Honorare zwischen 500 € und 1.500 € plus MwSt genannt – je nach Aufwand, Belegvolumen und Kanzlei. Pauschale Zahlen sind mit Vorsicht zu verwenden.

Was beeinflusst das Steuerberater-Honorar?

Ein Steuerberater-Honorar ist kein Einheitspreis. Die wichtigsten Faktoren:

  • Belegvolumen: Wer 200 Belege pro Jahr hat, verursacht mehr Aufwand als jemand mit 30.
  • Qualität der Unterlagen: Sortierte, strukturierte und digitale Belege reduzieren die Nachfragestunden deutlich.
  • Komplexität: Mehrere Einkunftsarten, Ausland, Mitarbeiter, Anlagevermögen – jeder Sonderpunkt kostet zusätzliche Zeit.
  • Kanzleigröße & Standort: Kanzleien in Wien verrechnen oft höhere Stundensätze als Kanzleien in ländlichen Regionen.
  • Laufende vs. einmalige Betreuung: Wer nur die Jahressteuererklärung abgibt, zahlt anders als jemand mit laufender Buchhaltungsbetreuung.

Richtwerte: Was EPUs berichten

Verlässliche, offizielle Tarife für Steuerberater in Österreich gibt es nicht – Honorare sind frei vereinbar. Erfahrungswerte aus Community-Berichten und öffentlich zugänglichen Kanzlei-Informationen (Stand 2024/2025) deuten auf:

  • Stundensätze: ca. 80 € bis 200 € + MwSt je nach Kanzlei und Mitarbeiter-Qualifikation
  • Jahrespaket einfacher EPU: häufig im Bereich 500 € bis 1.500 € + MwSt
  • Komplexere Fälle: deutlich darüber
Achtung: Diese Richtwerte sind Erfahrungswerte, keine offiziellen Tarife. Hol dir vor der Beauftragung immer ein konkretes Angebot ein. Honorare können stark abweichen.

Vorarbeit vs. Beratung: Was ist der Unterschied?

Ein Steuerberater macht im Wesentlichen zwei Dinge:

  • Vorarbeit: Belege sortieren, erfassen, kategorisieren, die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erstellen. Das ist repetitive Arbeit, die grundsätzlich auch selbst erledigt oder durch Software unterstützt werden kann.
  • Beratung: Einordnung deiner konkreten Steuersituation, Steueroptimierung, Prüfung von Sonderfällen, Kommunikation mit dem Finanzamt. Das ist die eigentliche Kernleistung.

Wer die Vorarbeit selbst strukturiert erledigt, übergibt dem Steuerberater fertige, geprüfte Unterlagen – und zahlt für dessen Zeit nur die Beratungsleistung, nicht das Belege-Sortieren.

Erfahrungswert: Viele EPUs berichten, dass strukturierte Belege die Steuerberater-Besprechung von 2–3 Stunden auf unter eine Stunde verkürzen können. Bei einem Stundensatz von 120 € entspricht das 120–240 € Ersparnis pro Jahr.

Was kann Belegverwaltungs-Software leisten?

Tools wie scantax übernehmen die laufende Belegerfassung: Hochladen, KI-Erkennung von Betrag/Datum/Kennzahl, Strukturierung nach E1a-Kennzahlen und Export eines vorausgefüllten E1a-Formulars.

Was Software nicht ersetzt: die individuelle Beratung, steuerliche Einordnung komplexer Fälle und das finale Einreichen in FinanzOnline. Software und Steuerberater schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich.

Quellen & Hinweise

Disclaimer: Dieser Ratgeber enthält keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Steuerberater. Honorare sind individuell vereinbar. Alle genannten Richtwerte sind unverbindliche Erfahrungswerte. Stand: Mai 2026.