Was beeinflusst das Steuerberater-Honorar?
Ein Steuerberater-Honorar ist kein Einheitspreis. Die wichtigsten Faktoren:
- Belegvolumen: Wer 200 Belege pro Jahr hat, verursacht mehr Aufwand als jemand mit 30.
- Qualität der Unterlagen: Sortierte, strukturierte und digitale Belege reduzieren die Nachfragestunden deutlich.
- Komplexität: Mehrere Einkunftsarten, Ausland, Mitarbeiter, Anlagevermögen – jeder Sonderpunkt kostet zusätzliche Zeit.
- Kanzleigröße & Standort: Kanzleien in Wien verrechnen oft höhere Stundensätze als Kanzleien in ländlichen Regionen.
- Laufende vs. einmalige Betreuung: Wer nur die Jahressteuererklärung abgibt, zahlt anders als jemand mit laufender Buchhaltungsbetreuung.
Richtwerte: Was EPUs berichten
Verlässliche, offizielle Tarife für Steuerberater in Österreich gibt es nicht – Honorare sind frei vereinbar. Erfahrungswerte aus Community-Berichten und öffentlich zugänglichen Kanzlei-Informationen (Stand 2024/2025) deuten auf:
- Stundensätze: ca. 80 € bis 200 € + MwSt je nach Kanzlei und Mitarbeiter-Qualifikation
- Jahrespaket einfacher EPU: häufig im Bereich 500 € bis 1.500 € + MwSt
- Komplexere Fälle: deutlich darüber
Vorarbeit vs. Beratung: Was ist der Unterschied?
Ein Steuerberater macht im Wesentlichen zwei Dinge:
- Vorarbeit: Belege sortieren, erfassen, kategorisieren, die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erstellen. Das ist repetitive Arbeit, die grundsätzlich auch selbst erledigt oder durch Software unterstützt werden kann.
- Beratung: Einordnung deiner konkreten Steuersituation, Steueroptimierung, Prüfung von Sonderfällen, Kommunikation mit dem Finanzamt. Das ist die eigentliche Kernleistung.
Wer die Vorarbeit selbst strukturiert erledigt, übergibt dem Steuerberater fertige, geprüfte Unterlagen – und zahlt für dessen Zeit nur die Beratungsleistung, nicht das Belege-Sortieren.
Was kann Belegverwaltungs-Software leisten?
Tools wie scantax übernehmen die laufende Belegerfassung: Hochladen, KI-Erkennung von Betrag/Datum/Kennzahl, Strukturierung nach E1a-Kennzahlen und Export eines vorausgefüllten E1a-Formulars.
Was Software nicht ersetzt: die individuelle Beratung, steuerliche Einordnung komplexer Fälle und das finale Einreichen in FinanzOnline. Software und Steuerberater schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich.
Quellen & Hinweise
- Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Österreich
- WKO – Steuerberater & Wirtschaftsprüfer
- Honorare sind gesetzlich nicht geregelt; alle Richtwerte sind Erfahrungswerte ohne Garantie.